Veröffentlicht am
01.10.2025
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Am 22. September 2025 hatten wir die Gelegenheit, das Kinderheim „Nezabudka“ in der Ukraine zu besuchen.
Gemeinsam mit unserem Team wollten wir uns ein eigenes Bild davon machen, wie unsere Hilfspakete ankommen und welche Wirkung sie vor Ort entfalten.
Schon beim Eintreffen staunten wir über die Menge an Hilfsgütern: Paletten voller Kindernahrung, Inkontinenzartikel, Milch, Haferflocken – und auch unsere eigenen Päckchen, die wir beim Teamevent in Krakau gepackt hatten.
Schnell wurde klar, dass „Nezabudka“ weit mehr ist als ein Kinderheim.
Neben der Betreuung von Kindern unterstützt Nezabudka auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Frontregionen mit Lebensmitteln.
Die Organisation packt regelmäßig Paletten, die anschließend in Verteilzentren gebracht und an Familien in Kriegsgebieten wie Charkiv, Pokrovsk oder Nikolajew weitergegeben werden. Viele der Lebensmittel stammen aus internationalen Hilfsprogrammen – unter anderem auch von GAIN, mit denen wir gemeinsam arbeiten.
Alle zwei Wochen – sobald neue Lieferungen eintreffen – erhalten Bedürftige am Standort Ivanitschi Care-Pakete, wie wir sie in Krakau vorbereitet haben. Die Menschen weisen dazu ein offizielles Dokument der Behörden vor und stimmen einer Fotodokumentation zu, die wiederum den Hilfsorganisationen als Nachweis dient.
Wir haben mit mehreren Familien gesprochen – viele von ihnen Flüchtlinge, die oft nur mit einer Handtasche fliehen konnten. Sie kamen aus Orten wie Torezk, Pokrovsk oder Charkiv, ohne Zahnbürste, Matratze oder andere Alltagsgegenstände.
Eine Frau erzählte uns, dass sie Diabetes hat: Das Insulin wird von der Regierung bezahlt, die notwendigen Teststreifen jedoch nicht – ihre halbe Rente geht dafür drauf.Viele ältere Menschen im Dorf leben allein, und für viele reicht die Rente nicht einmal für Lebensmittel. Nezabudka ist für sie die einzige Anlaufstelle, denn staatliche Hilfe gibt es kaum.
Ab dem frühen Nachmittag füllt sich das Haus mit Kindern aus einkommensschwachen und geflüchteten Familien.
Sie erhalten ein warmes Mittagessen – wir durften selbst kosten und waren beeindruckt von der hervorragenden Arbeit der Köchin.
Wir erlebten fröhliche, höfliche Kinder, die Fußball spielten, lachten und ein starkes Vertrauen zu den Mitarbeitenden von Nezabudka haben. Im Dachgeschoss gibt es einen großen Spielraum für Schlechtwettertage.
Hinter vielen dieser Kinder stehen jedoch bewegende Geschichten: Ein Mädchen wartet auf den Vater, der im Krieg verschollen ist; ein anderes übernimmt mit nur zehn Jahren zu Hause die Aufgaben der Mutter, diealkoholkrank ist.
Unsere Reise hat uns gezeigt:
Die Hilfe ist bitter nötig. Die Unterstützung wird nicht nur vor Ort genutzt, sondern auch in andere Regionen weitergegeben, wo die Not oft noch größer ist.
Gleichzeitig hat uns der Besuch nachdenklich gestimmt:
Was passiert, wenn der Krieg eines Tages endet? Wie können wir den Menschen helfen, langfristig wieder auf eigenen Beinen zu stehen, Arbeitsplätze zu schaffen und Selbstversorgung zu ermöglichen?
Wir haben erste Ideen dazu mit lokalen Partnern geteilt – unter anderem mit Nils Pettkus – und hoffen, dass daraus neue nachhaltige Projekte entstehen.
Unsere Reise nach Nezabudka hat uns tief bewegt und gezeigt, wie wichtig kontinuierliche Hilfe bleibt. Solange der Krieg andauert, werden die Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen sein.
Und auch darüber hinaus müssen wir gemeinsam nach Wegen suchen, dauerhafte Perspektiven zu schaffen. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald aus diesen Gedanken konkrete Pläne entstehen – denn jeder Beitrag zählt.

Leonardo ist Online Marketing Manager bei Greenfield und Experte für digitale Themen.